Die Aufnahme ist im Kasten, jetzt soll jemand daraus einen Song machen, der klingt. Ob du bei uns im Studio sitzt oder uns deine Spuren aus Hamburg, Rom oder New York schickst: Der Ablauf ist immer derselbe. Und ein großer Teil davon, wie gut und wie schnell ein Mix wird, entscheidet sich, bevor wir die erste Spur anhören.
Schritt 1: Die Spuren richtig exportieren
Das ist der Schritt, bei dem am meisten schiefgeht – und der am meisten Zeit spart, wenn er sitzt. Egal mit welchem Programm du aufgenommen hast, diese Punkte gelten immer:
- Jede Spur einzeln als eigene Audiodatei, also keine Gruppen oder Busse, außer sie sind bewusst so gewollt.
- Alle Spuren beginnen am selben Punkt, am besten ganz am Anfang des Songs – auch wenn das Instrument erst in Takt 30 einsetzt. Nur so liegen sie bei uns wieder synchron.
- WAV oder AIFF mit der Samplerate und Bittiefe der Aufnahme, in der Regel 24 Bit. Kein MP3.
- Keine Effekte auf der Summe, also kein Limiter oder Kompressor auf dem Master-Kanal.
- Effekte, die zum Sound gehören – etwa ein bestimmter Gitarrensound oder ein Delay als Stilmittel –, schickst du am besten doppelt: einmal mit, einmal ohne.
- Luft nach oben: Keine Spur darf übersteuern. Lieber etwas leiser als clippend.
- Sinnvolle Namen wie „Gesang Lead“, „Gitarre links“ oder „Kick in“ statt „Audio 1_03“.
Dazu gehören Tempo und Tonart des Songs. Hilfreich, aber kein Muss, ist ein Rough-Mix: deine eigene grobe Mischung als Stereodatei. Falls du einen hast, zeigt er uns schnell, wie du dir den Song vorstellst – auch wenn er noch nicht gut klingt.
Live-Mitschnitt vom Digitalpult?
Dafür gelten ein paar eigene Regeln, vor allem beim Export der Mehrspur-Aufnahme. Die stehen in Livemitschnitt vom Digitalpult: So exportierst du die Spuren richtig.
Schritt 2: Das Briefing – kein Muss, aber hilfreich
Ein Briefing brauchen wir nicht unbedingt. Oft sagt der Song selbst schon, wo er hinwill, und wenn uns etwas unklar ist, fragen wir nach. Wenn du aber schon eine Vorstellung hast, ist sie gut zu wissen:
- Zwei oder drei Referenzsongs, die in die Richtung gehen, in die dein Song klingen soll – nicht, weil wir kopieren, sondern weil Worte für Klang schnell ungenau werden.
- Was dir am Sound wichtig ist – und, falls du einen Rough-Mix mitschickst, was dir daran gefällt und was dich stört.
- Wofür der Song gedacht ist: Streaming, Radio, Vinyl, Video.
- Was auf keinen Fall passieren darf – zum Beispiel, dass der Gesang zu weit nach vorne kommt, weil die Band sich als Einheit versteht.
Wenn du uns etwas mitgeben willst, am besten kurz per E-Mail. Dann ist es festgehalten, und nichts geht zwischen Telefonat und Mischpult verloren.
Schritt 3: Dateien schicken
Die Spuren packst du in einen Ordner, am besten gezippt, und schickst ihn per WeTransfer, Dropbox oder Google Drive. Bevor wir anfangen, hören wir alles einmal durch und melden uns, falls eine Spur fehlt, verschoben ist oder übersteuert.
Schritt 4: Der erste Mix
Nach drei bis fünf Werktagen bekommst du die erste Fassung zum Anhören. Hör sie dir in Ruhe an, und zwar nicht nur einmal und nicht nur am Rechner: im Auto, auf Kopfhörern, auf dem Handy. Achte dabei vor allem auf die Balance – ob der Gesang trägt, ob die Instrumente ihren Platz haben, ob der Song die Stimmung transportiert. Dass er auf wirklich jedem Gerät gleich gut klingt, ist beim Mix noch nicht das Ziel: Den letzten Schliff dafür bekommt er im Mastering.
Schritt 5: Feedback und Revisionen
Zwei Revisionsrunden sind bei uns immer inklusive. Jede Fassung bekommst du über eine Plattform, auf der du deine Anmerkungen direkt in die Wellenform schreibst – genau an die Stelle im Song, um die es geht. So sehen wir sofort, wo sich etwas ändern soll, ohne dass du Zeitangaben abtippen musst.
Damit die Revisionen reichen, hilft konkretes Feedback: welches Instrument, was stört. „Gitarre zu laut, der Gesang geht unter“ lässt sich in Minuten umsetzen, „klingt noch nicht ganz rund“ braucht erst eine Rückfrage. Spielt ihr als Band, stimmt euch am besten vorher ab, damit sich die Anmerkungen nicht widersprechen.
Schritt 6: Mastering und Lieferung
Wenn der Mix freigegeben ist, folgt das Mastering, entweder direkt bei uns oder bei jemand anderem. Was dabei passiert, steht in Was ist Mastering? Zum Schluss bekommst du alle Formate, die du brauchst: WAV für Streaming und Vertrieb, MP3 zum Teilen, auf Wunsch ein DDP-Image fürs CD-Presswerk.
Und was kostet das?
Mixing kostet bei uns ab 390 € pro Song, mit Mastering ab 460 € – inklusive Mehrwertsteuer, Vocal Editing und zwei Revisionen. Was den Preis bestimmt und wo du sparen kannst, steht ausführlich in Was kostet Mixing und Mastering?
Kurz zusammengefasst
- Alle Spuren einzeln, ab demselben Startpunkt, als WAV ohne Summeneffekte exportieren
- Tempo und Tonart mitschicken, ein Rough-Mix ist hilfreich, aber kein Muss
- Briefing ist kein Muss – Referenzsongs und deine Vorstellung vom Sound helfen aber
- Erster Mix nach 3–5 Werktagen, zwei Revisionsrunden inklusive
- Feedback direkt in die Wellenform schreiben – konkret und in der Band abgestimmt
Häufige Fragen
Deine Spuren sind fertig? Schick uns kurz, worum es geht – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einem festen Preis. Alles zu Paketen, Hörbeispielen und Ablauf steht auf der Seite Mixing & Mastering im punchline studio.