Bei fast jedem kleineren Release hören wir irgendwann dieselbe Frage: Muss ich mich eigentlich bei der GEMA anmelden, oder lohnt sich das erst ab einer gewissen Größe? Die kurze Antwort ist: Es lohnt sich fast immer, auch wenn es erstmal nach Papierkram für große Labels klingt. Die GEMA zahlt nämlich nur für Werke, die tatsächlich angemeldet sind. Ein Song der nirgends gemeldet ist, bringt seinem Urheber keine Tantiemen, egal wie oft er gestreamt, im Radio gespielt oder live performt wird.
Warum das gerade bei kleinen Releases oft übersehen wird
Viele Newcomer denken, GEMA-Anmeldung sei etwas für Bands mit Label im Rücken oder für Songs die schon Airplay haben. Das ist ein Missverständnis. Gerade am Anfang, wenn ein Song vielleicht nur auf Spotify läuft oder bei ein paar kleinen Konzerten gespielt wird, ist Anmeldung sinnvoll, weil sich Tantiemen über die Zeit summieren und man sie sich sonst einfach entgehen lässt. Ein einzelner Singer-Songwriter-Track kann über Streaming, gelegentliches Radio oder Live-Auftritte durchaus etwas einbringen, aber nur wenn er vorher gemeldet wurde.
Hinzu kommt: Eine GEMA-Mitgliedschaft ist immer personenbezogen, nicht auf eine Band als Ganzes bezogen. Das heißt jedes Bandmitglied, das tatsächlich komponiert oder Texte schreibt, braucht einen eigenen Mitgliedsantrag. Reine Interpreten, die also nur spielen oder singen ohne selbst am Songwriting beteiligt zu sein, fallen nicht unter die GEMA, sondern unter die GVL, das ist eine andere Verwertungsgesellschaft für ausübende Künstler.
Wie die Anmeldung praktisch abläuft
Der Ablauf ist heute größtenteils digital und in der Praxis überschaubarer als sein Ruf. Zuerst braucht es eine GEMA-Mitgliedschaft, die sich online beantragen lässt. Nach der Prüfung durch die GEMA und der Unterschrift eines sogenannten Berechtigungsvertrags ist man Mitglied und bekommt Zugang zum Online-Portal.
Danach lässt sich jeder einzelne Song anmelden, das nennt die GEMA Werkregistrierung. Dabei werden alle Beteiligten eingetragen, also wer komponiert hat, wer den Text geschrieben hat, und mit welchem Anteil. Am Ende bekommt der Song eine eigene ISWC-Nummer als eindeutige Kennzeichnung.
Der Punkt, an dem es am häufigsten hakt
Bei Co-Writes oder Bandproduktionen mit mehreren Songwritern sollte die Aufteilung der Anteile unbedingt vorab schriftlich festgehalten werden, bevor der Song angemeldet wird. Wer wie viel Prozent bekommt, ist im Nachhinein ein viel unangenehmeres Gespräch als vorher. Streitigkeiten über Anteile gehören zu den häufigsten Problemen bei der Werkanmeldung, und sie sind komplett vermeidbar.
Was das für die Praxis bedeutet
Ein Detail das oft übersehen wird: Auch wenn ein Song fertig gemixt und gemastert ist, ist die Arbeit an der rechtlichen Seite streng genommen noch nicht erledigt. GEMA-Anmeldung gehört für uns zu den Dingen, die man am besten vor oder unmittelbar nach dem Release erledigt, nicht Monate später wenn man sich zufällig wieder daran erinnert. Wir weisen unsere Kunden im Gespräch gerne darauf hin, wenn wir merken, dass das Thema noch offen ist, auch wenn wir die Anmeldung selbst nicht als festen Service anbieten. Meistens reicht ein kurzer Hinweis, damit man es nicht vergisst.
Wer sich unsicher ist, ob sich eine Mitgliedschaft überhaupt lohnt, kann das direkt über den Liveregler im GEMA-Portal ausrechnen. Für die meisten Künstler mit regelmäßigem Output ist die Antwort ja, gerade weil Tantiemen sich über Jahre hinweg summieren und man sonst einfach Geld liegen lässt, das einem eigentlich zusteht.
Häufige Fragen
Falls du unsicher bist, ob dein aktuelles Release schon sauber angemeldet ist, oder generell Fragen zu Mixing und Mastering für dein nächstes Release hast, sprich uns einfach an. Genau dafür steht unser Mixing- und Mastering-Angebot von punchline studio, gute Beratung gehört für uns einfach dazu.