Von Mono bis 7.1 Surround

Zugegeben, nach Mono wird nun wirklich nicht oft gefragt. Aber manchmal immerhin nach Monokompatibilität. Auch wenn mir das bei meinen eigenen Produktionen oft nicht so wichtig ist, für Radio-, Schallpatten und Fernsehproduktionen muss immer noch (ein wenig) darauf geachtet werden…



Und schon bin ich vom Thema abgekommen:

Wir können ab jetzt 7.1 Surround! Ok, danach wird jetzt nicht wirklich oft gefragt. Aber wir können es! Immerhin…

Aber mal von Anfang an. Die Leute fragen immer wieder, wie Mono auf zwei Lautsprechern denn eigentlich geht. Das müsste doch dann immer Stereo sein. Ist doch logisch…


Ne, isses nicht. Das ist nämlich so:

Mono heißt einfach nur, dass es ein Signal gibt. Also eine Tonspur. Und wenn dieses Signal dann auf zwei Lautsprecher geleitet wird, machen beide genau das selbe. Mono also. Wenn man sich jetzt genau im selben Abstand vor die beiden Lautsprecher setzt, klingt es als käme das Signal von vorne. Also von zwischen den Lautsprechern.

Und das ist ziemlich öde.


Stereo bedeutet, zwei Signale. Linker und rechter Lautsprecher machen was unterschiedliches. Und das ist schon viel interessanter. Dann kann man den kompletten Raum zwischen den Lautsprechern nutzen, um Signale zu platzieren. Bei einem Schlagzeug zum Beispiel Kick in die Mitte, Snare in die Mitte, Hihat links, ein Becken rechts, ein anders links, die Toms schön breit über das Stereo-Bild gefächert. Und schon hat man das Gefühl, als würde man direkt hinter einem Schlagzeug sitzen.


Und jetzt stelle man sich mal vor, das ganze mit 8 Lautsprechern machen zu können. Und genau das geht in unserem Studio jetzt nämlich.

Das Problem ist nur: Kaum einer kann sich das zu Hause anhören was wir hier abmischen. Dafür muss man dann schon ins Kino gehen. Und selbst da gibt es oft nur 5.1, also 5 “Satelliten” die im Raum verteilt sind und ein Subwoofer für den richtigen Wumms. Oft hängen da zwar viel mehr Lautsprecher, aber viele davon bekommen das selbe Signal. Also wie bei zwei Lautsprechern mit einer Mono-Quelle… Nur dann eben mit 20 Lautsprechern mit einer 5.1-Quelle.


Für Musik ist das ganze sowieso nicht wirklich geeignet. Außer, man mischt das Album ausschließlich für Menschen mit einem 7.1 Heimkino ab. Wofür wir durchaus zu haben wären. Ansonsten wird Stereo wohl noch für einige Zeit der Standard bleiben. Und dann auch gerne mit Monokompatibilität. 🙂


Ach so, was das eigentlich ist?

Dafür muss man das erste Beispiel einfach umdrehen. Wir haben jetzt also eine Stereoquelle und wollen das über einen Lautsprecher abspielen.

Was bleibt jetzt also von dem ursprünglichen Signal übrig?

Genau: Links und rechts werden zusammengelegt, dabei löschen sich Teile aus und alles klingt wie Murks, wenn man das vorher nicht bedacht hat. Andererseits, hört man das auf dem alten Taschenradio in Omas Küche während der Dunstabzug läuft überhaupt..?


Wie auch immer, der nächste Schritt wäre für uns dann wohl Dolby-Atmos oder Aura 3D. Aber den Kabelsalat wollen wir uns erst mal nicht antun…



Hier geht’s übrigens zu einem weiteren Beitrag über Monokompatibilitität