Heute vor vier Jahren – Momente des Sports

Pirmin geht zum ersten Mal mit seiner Radiosendung „Momente des Sports“ auf Sendung


Heute vor vier Jahren saß ich gebannt vor dem Radiogerät. Gut, zugegeben, ich war Student und hatte gar kein Radiogerät.

Vielmehr war es mein Laptop, den ich an die Computerboxen angeschlossen hatte – aber ich hörte Radio. Übers Internet.

Um Punkt 16 Uhr klang der mir bereits vertraute Jingle aus meinen Boxen. Komponiert von meinem Bruder Maik. Und ich war nervös – obwohl ich gar nichts mehr tun konnte.

Die Sendung die da anlief, war eine Aufzeichnung. Das wussten natürlich nur die engsten Freunde und die Familie, wir hatten die Sendung auf „live“ getrimmt.

„Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Sendereihe hier bei Radio Orange“, hörte ich meine eigene Stimme sagen.

Das war er also.

Der Startschuss für meine eigene Radiosendung. Ich hatte damals zwar bereits mehrere Praktika bei Radio- und Fernsehsendern hinter mir, doch eine eigene Sendereihe war schon etwas ganz besonderes.

Gemeinsam mit meinem Wiener Studienkollegen und Freund Christian Weiner hatte ich nächte- und tagelang über unser Sendekonzept gegrübelt. Ursprünglich wollten wir Sportnachrichten ins Radio bringen, doch irgendwie schien die Idee nicht so richtig griffig zu sein.

Zumal wir nur einmal im Monat auf Sendung gehen sollten. Immer am zweiten Sonntag um 16 Uhr.

Irgendwann tauchte dieses Zitat von Nelson Mandela in unseren Köpfen auf:


„Sport has the power to change the world.“


Das sollte es sein, unser Motto.

Und daran wollten wir uns mit unseren Geschichten orientieren. Besondere Momente des Sports, solche, die Nationen zum Umdenken brachten, die die Gesellschaft beeindruckten und etwas änderten. Egal was. Momente, die zum Nachdenken anregten – und anregen.


https://soundcloud.com/momentedessports/die-abschiedssendung-das-beste-aus-zwei-jahren-momente-des-sports


Der Wiener Radiosender Orange Radio 94.0 nahm unser Konzept an – mit Christian und mir als Verantwortlichen und Moderatoren.

In den folgenden zwei Jahren produzierten wir Sendung um Sendung, 26 waren es am Ende, und wir blieben unserem Motto weitestgehend treu.

Geschichten über ehemalige Box-Weltmeister und Rallye-Champions, über James J Braddock und Muhammad Ali, über Jesse Owens und Joey Dunlop hieften wir ins Programm.


Aber auch Randsportarten fanden bei uns Beachtung: Unterwasserrugby, Rollstuhlbasketball, Rollerderby oder Ultimate Frisbee – keine Sportart konnte für uns unbekannt genug sein.

Im Laufe dieser zwei Jahre vergrößerte sich rasch unsere Redaktion, acht Redakteure leiteten wir am Ende an – und wir gewannen so einige Medienpreise, standen auf diversen Bühnen und schüttelten viele Hände. Anstrengend war es schon, schließlich waren die meisten von uns noch Studenten, doch der Aufwand hatte sich gelohnt.


Für mich und manchen anderen war „Momente des Sports“ der endgültige Einstieg in die Medienwelt. Als wir in der letzten Sendung, im Februar 2016 unseren Abschied verkündeten, bekamen wir sogar Post aus Berlin.

„You’ll never walk alone“, hieß es in der E-Mail eines Radiokollegen. Ich bekomme noch heute eine Gänsehaut, wenn ich daran denke….


https://www.momentedessports.at/radiofeature/you-ll-never-walk-alone/