Für ein Lächeln… (2)



Einige Monate lagen die bereits fertigen Aufnahmen für unsere Dokumentation in der Mottenkiste – jetzt endlich geht’s wieder los mit der Arbeit an „Für ein Lächeln…“


Die Dokumentation, die wir gemeinsam mit unseren Bamberger Kollegen Till Mayer und Hendrik Steffens, sowie unserem Cutter Tom Summerfield produzieren, handelt von der psychischen Hilfe für Kinder aus der Ost-Ukraine.

Im Sommer 2017 begleiteten wir dafür vier Krankenhaus-Clowns der Wiener Organisation „Red Noses International“ nach Kiew – dort veranstalteten die vier Clowns Workshops für die Flüchtlinge.


Jan, Paly, Alla und Houston bilden so etwas wie ein Clown-Team und reisen seit zwei Jahren gemeinsam in Krisenländer. Jan, den wir im Herbst auch in seiner Heimat zum Dreh besuchten, kommt aus Tschechien, Paly ist Slowake, Alla Ukrainerin und Houston kommt aus Litauen.

Mit ihnen verbrachten wir eine Woche in der ukrainischen Hauptstadt und lernten ihre Arbeit kennen.

Clown-Doctors nennen sie sich, da sie alle sowohl eine Ausbildung als Clowns, als auch als psychologische Helfer erhielten. „Wir können ganz anders auf die Kinder eingehen, als das Psychiater oder Ärzte können“, erklärte uns Jan damals. „Ein Clown ist immer auf Augenhöhe mit den Kindern.“ Und manchmal auch darunter. Deshalb seien die Kinder nicht mehr nervös, und bauten schneller Vertrauen auf.


Zwei der Kinder, welche an den Workshops teilnahmen, sind Olga und Semen. Die beiden sind neun und sechs Jahre alt und flohen gemeinsam mit ihrer Familie vor rund drei Jahren vor den Kampfhandlungen zwischen ukrainischen Streitkräften und Seperatisten aus Luhansk nach Kiew – Eine Geschichte, die nicht kalt lässt. Wir besuchten sie in ihrer Wohnung und sprachen sowohl mit Olga als auch mit ihrer Mutter über die Flucht aus der Ostukraine und das Trauma, das die gesamte Familie noch immer zu bewältigen versucht.


Da Co-Regisseur Till Mayer, mit dem Pirmin gemeinsam Regie führt, aber noch in diesem Jahr für weitere Aufnahmen an die Front in Awdijwka und Donezk fliegen konnte, beginnen die endgültigen Arbeiten im Schnitt erst in dieser Woche. Einen ersten Einblick in den kommenden Film gibt es aber schon in unserem Trailer:


Mehr zur Geschichte der Familie Komarov, sowie über die Clowns, könnt ihr in Tills Reportage für Spiegel Online nachlesen. Diese findet ihr hier:


http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-red-noses-clowns-helfen-traumatisierten-kindern-a-1160194.html


Ein genaues Release-Datum für die Kurz-Dokumentation gibt es noch nicht, aber sobald wir es wissen, veröffentlichen wir es natürlich hier in unserem Blog.


„Für ein Lächeln…“ ist nach „Winter in Lviv“ dann bereits der zweite Film, den wir in der Ukraine drehten. Mal sehen, wann es uns ein drittes Mal dorthin verschlägt.