Der Scaramouche-Film

Wie dank eurer Hilfe (vielleicht) eine Doku entsteht…


In der Presse ist es ja schon seit einigen Woche zu lesen, jetzt wollen wir auch endlich mal auf unserem Blog nachziehen: Wir planen einen neuen Film. Und ja, das könnte ein richtig tolles Projekt werden, wenn es auf die Beine kommt. Aber von Anfang:


Seit wir uns erinnern können, läuft in unserer Familie die Musik von einer Band aus unserer Heimatstadt. Aus Lahr. Die Band heißt „Scaramouche“, formierte sich offiziell 1993, löste sich bereits 2001 auf und machte bis dahin richtig gute Rock-Musik. Unter dem Namen „Acres Wild“ sogar schon seit Mitte der 80er Jahre. Hin und wieder etwas poppig, dann plötzlich a capella und manchmal lupenreiner Hard-Rock – für alle Geschmäcker und Gemüter was dabei.

Bis 2001 standen „Scaramouche“ mit absoluten Weltstars auf der Bühne, sie spielten auf dem Daytona-Festival vor James Brown und auf der selben Bühne wie „Deep Purple“ und „Steppenwolf“. Sie waren Vorband von „Fool’s Garden“ und „Pur“, rockten auf demselben Festival wie „Inner Circle“ und die „Manfred Mann’s Earth Band“. Und trotzdem – der ganz große Wurf blieb aus. Leider, wie wir immer wieder sagten.

Ein Film aus der Region, für die Region



1995 veröffentlichte die Band ihre erste CD „Born in December“ – und wir dachten uns neulich: Wäre es nicht schön, dieser Musik zum 25-jährigen Jubiläum des Albums einen Film zu widmen? Ein Film über eine Band aus der Provinz, die sich in der Region einen Namen gemacht hat und deren Musik eigentlich zu noch viel mehr bestimmt gewesen wäre.

Also nahmen wir Kontakt zur Band auf. Frank Vetter, der ehemalige Frontman und Keyboarder von „Scaramouche“ stand ohnehin schon ein paarmal bei uns im Studio – für Projekte mit unserem Komponisten und Audio Engineer Maik Styrnol – und auch mit Gitarrist Gert Endres hatten wir bereits einige Jahre zuvor fürs Radio zu tun. Beide waren sofort begeistert. Bald waren auch Schlagzeuger Marc Vetter und Bassist Thomas Schwendemann mit von der Partie und die Recherche konnte beginnen.

Die größte Frage für uns: Gibt es denn Material? Können wir den Film überhaupt – rein redaktionell – stemmen? Zusammen mit unserem Producer David Tabellion beschlossen wir, dem Projekt eine Frist zu setzen: Bis Weihnachten 2018 wollten wir das Thema anrecherchieren, um dann zu entscheiden. Hop oder Top – denn einfach so drauflos filmen wollten wir nicht. Die Musik von „Scaramouche“ verdiente mehr, als einen lieblos zusammengewürfelten Haufen von Bildmaterial. Deshalb also eine Vorrecherche, die zutage bringen sollte, ob das Bildmaterial denn mit der Qualität der Musik mithalten könne.

Glücklicherweise hatte die Band selbst noch so einiges im Giftschrank versteckt. Alte Videobänder, VHS, Hi8, DAT-Aufnahmen, Kassetten- und Video-Formate, von deren Existenz wahrscheinlich Archäologen noch beeindruckt gewesen wären. Abspielen ohne das richtige Gerät: unmöglich. Dennoch, das Archiv nahm Gestalt an. Auch Fotos und Zeitungsartikel gab es – doch so ganz reichte es noch nicht.



Die Fans helfen mit


Und so entstand die Idee, die Region um Hilfe zu bitten. Mit Unterstützung und Aufrufen der Badischen Zeitung, Hitradio Ohr, BNN, BT, Lahrer Zeitung und RTL Luxembourg erreichte unser Gesuch rasch eine Vielzahl alter „Scaramouche“-Fans. Und bis heute reißt der Strom an Zuschriften nicht ab.


Fotos von Konzertbesuchen, Hochzeitsvideos, Amateuraufnahmen – die Schatztruhen scheinen gut gefüllt zu sein und täglich kommt neues Material in unser Studio geflattert.


In Facebook-Gruppen wurde unser Gesuch geteilt und mittlerweile gründete ein alter Fan sogar eine „Scaramouche“-Fanseite auf Facebook, deren Anhängerschaft wächst.

Außerdem entdeckten wir immer mehr neue Musik aus der Region, kamen in Kontakt mit damaligen Freunden und Konkurrenten der Band – seien es die Funk-Band „Secret Combination“, die Blues-Rocker von „Daddy Dirty“ oder „The Jaded“, die als Vorgruppe von „Scaramouche“ im Freiburger Jazzhaus auftraten.


Egal was kommt: Vielen Dank!


Noch immer steht unsere „Weihnachts-Frist“ fest. Und noch immer suchen wir nach Material. Nicht lediglich von Musik-Events der 80er und 90er Jahre, sondern auch vieles mehr. Privataufnahmen aus Lahr, aus dem Terrassenbad oder von der Marktstraße. Bilder vom Freiburger Münster und aus dem Taubergießen. Hauptsache das Jahrzehnt stimmt.

Aber egal was kommt, egal wie wir an Weihnachten entscheiden: Jetzt schon vielen Dank für eure Hilfe! Wie unser Regisseur Pirmin Styrnol schon im BZ-Interview sagte: „Jeder der uns hilft, kommt in den Abspann. Auch wenn der dann am Ende 48 Minuten dauert.“ Versprochen……